Was ist das beste Geschäft deines Lebens? Kauf einen Argentinier für das, was er tatsächlich wert ist. Und dann verkauf ihn für das, was er wert zu sein glaubt. (Südamerikanischer Witz)

Der Argentinier hat bei seinen Nachbarn einen Ruf: Er hält sich für den Größten und kriegt eher nicht so viel hin. Und weil mir das nicht ganz unbekannt ist, finde ich’s überaus sympathisch.

Eine der schönsten Nachrichten aus Argentinien liefert die Zeitung »La Nación«. Sie berichtet von Startschwierigkeiten im neuen Reisesystem der Steuerbehörde Afip: „Arrancó con desprolijidades el sistema de la AFIP para viajeros“. Die Afip will den Argentiniern die Flucht aus dem schlappen Peso erschweren. Pauschalreisen ins Ausland über ein Reisebüro müssen jetzt registriert werden. Gefragt wird, in welcher Währung der Reisende zahlt, welchen Beruf er hat, in welches Land es geht, warum und wie lange er weg will. So ermittelt die Steuerbehörde, wie viele Dollar der Kunde erhält.

Und natürlich gibt es Probleme im System. Wie „La Nación“ berichtet, kann der Reisende als Zielland die DDR, die Sowjetunion, Jugoslawien und die Tschechowslowakei nennen und als Wunschwährung zwischen Franc, Lira und D-Mark wählen. Auch hübsch: »desprolijidades« übersetzt mir mein Wörterbuch mit »Ungenauigkeiten«.

So viel Chaos – und ich bin noch nicht einmal da.