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Señor Schnauzbart und die Höhle: Geldtauschen ins Blaue hinein

von DIRK RÜGER

Der Autor hat von 1996 bis 1998 in Argentinien studiert und gearbeitet, das Land jüngst zum ersten Mal wieder besucht und von dieser Erfahrung  für das Argentinische Tagebuch berichtet: ¡Estás igual, Buenos Aires! – Back To The Future auf Argentinisch.
Er lebt in Berlin und betrieb bis vor kurzem das Blog www.entre-vista.de.

♦♦♦♦♦

»Wer ist das denn, mit dem du dich da triffst?«

»Den kenn ich aus dem Internet.«

»????«

»Nein, keine Angst! Wir kennen uns schon länger. Er hat so’n Blog über Argentinien, und wir folgen uns gegenseitig bei Twitter …«

»????!!!!«

Ok, vielleicht nicht die beste Art, deine Frau zu überzeugen, dass sie sich keine Sorgen machen soll, wenn du dich mit eurem ganzen Reisebudget einem Typen anvertraust, den du noch nie im Leben persönlich getroffen hast. Aber rückblickend ist ja alles gut gegangen, und mein Bauchgefühl hat sich als richtig herausgestellt.

Das Innenministerium in Buenos Aires Foto: Dirk Rüger

> Das Innenministerium Foto: Dirk Rüger

Meine Frau und ich hatten uns vorher informiert über den Euro-Wechselkurs in Argentinien: Da es für Argentinier nahezu unmöglich ist, Pesos in Dollar (oder Euro) zu tauschen, und man dementsprechend nicht an die stabile ausländische Währung herankommt, hat sich ein »inoffizieller« (um nicht zu sagen: illegaler) Parallel-Umtausch-Markt entwickelt,  der sogennante »Blue Dollar« und sein kleiner Bruder, der »Blue Euro«. Die sind zwar, wie gesagt, offiziell verboten, aber selbst in den Tageszeitungen kann man sich über die beiden Tages-Kurse (Offizieller Umtausch vs. Blue Dollar) informieren. Entsprechend geben sich die blauen Wechsler in der Fußgängerzone »La Florida« im City-Center von Buenos Aires auch unverhohlen zu erkennen und sprechen alle, die so aussehen, als ob sie sich nur aus diesem einen bestimmten Grund in der Gegend aufhielten, darauf an: »¿Cambio?, ¿cambio?« (Wechseln? Wechseln?).

Die Fußgängerzone der Hauptstadt: Calle Florida

> Die Fußgängerzone: Calle Florida

> Ein Schuhputzer in der Calle Florida

> Arbeiten in der Florida: der Schuhputzer, ein südamerikanischer Beruf

Allerdings hatte ich auch gehört, dass es dort auf der Straße erstens oft nicht allzu wahrscheinlich ist, dass man den allerbesten inoffiziellen Kurs bekommt, und es zweitens natürlich so eine Sache ist, wenn man Leuten in eine Wechsel-»Höhle« (so der offizielle inoffizielle Name dieser Art Wechsel-Stube: »cueva«) folgt. Denn: Wenn jemand eh etwas Illegales am Laufen hat, was hindert ihn daran, weitere illegale Aktionen zu unternehmen, wie zum Beispiel dir das gerade getauschte Geld auf dem Rückweg wieder abzunehmen? Mit dem Vorteil, dass er sogar genau weiß, wie viel Bargeld du dabei hast und ob es sich entsprechend lohnt. Wen sollst du denn zu Hilfe rufen?

Frau Polizistin, dieser Señor hat mir gerade mein soeben unerlaubterweise getauschtes Geld wieder unerlaubterweise abgenommen!

Da aber das Ausgehen in Buenos Aires manchmal sogar teurer ist als in Berlin, hatten wir uns trotzdem entschieden, Bargeld mitzunehmen, um unser Reise-Budget etwas blau zu färben, will sagen, durch den Blue-Euro zu vergrößern.

Um auf Nummer Sicher zu gehen und uns nicht gleich am ersten Tag in die Wechsel-Höhle des Löwen begeben zu müssen, hatten wir eine, auch vom argentinischen Staat erlaubte Zwischen-Lösung gefunden: den Online-Geldtransfer »Azimo«. Auf diese Weise kann man an sich selbst Geld vom eigenen Konto überweisen, zu einem Kurs irgendwo zwischen »offiziell« und »blue«, und muss dann »nur noch« bei einem ausgewiesenen Büro (Info gibts auf der Website) unter Vorlage des Reisepasses und einer Referenznummer das argentinische Geld abholen.

»In Echt« war das dann aber etwas aufwendiger (weil bürokratischer) als gedacht. Ich hatte vergessen, dass die argentinische Bürokratie bisweilen der deutschen (also kafkaesken) nicht ganz unähnlich ist. Entsprechend reichte die in der Email angegebene Ausweisung mit Pass und Referenznummer dann doch nicht aus, sondern ich musste außerdem ein zweiseitiges Formular ausfüllen, schriftlich versichern, dass das auszuzahlende Geld von einem »Sparkonto« stammt und obendrein eine Kopie des Reisepasses, inklusive Einreisestempel mit Visum abgegen. Plus einer halben Stunde Wartezeit.

Für das Nötigste (die ersten Tage) war nun gesorgt. Da wir jedoch noch Bus-Tickets für die Weiterreise kaufen wollten, benötigten wir so bald wie möglich mehr argentinische Pesos, denn per Online-Buchung hätte man die Fahrkarten ja wieder nur zum offiziellen Kurs bekommen. Zum Glück hatte mir mein Internet-Bekannter CW vorher versichert, dass, wenn wir beim Geld-Tauschen Hilfe brauchten, er uns aus der blauen Patsche helfen könne. Er kenne da vielleicht jemanden, der vielleicht auch jemanden kennt, und diese Person kenne dann wiederum … Argentinien halt.

Facebook-Nachricht an CW.: »Hast du morgen (Samstag) Zeit, mich beim Geldwechseln zu begleiten?«

Antwort von CW: »Tut mir Leid, aber morgen geht leider nicht. Und Sonntag haben die Cuevas ja zu. Also Montag.«

WAS?! Die illegalen Geld-Höhlen haben sonntags geschlossen? Das kann ja wohl nicht …

Facebook-Nachricht an CW: »Wie viel Uhr denn? Geht bei Dir vormittags? Wir müssen ja noch die Bus-Tickets kaufen. Je früher also, desto besser.«

Antwort von CW: »Ich muss erst über einen Freund die Nummer von Mauro besorgen und den dann fragen, wann die aufmachen. Vormittag ist grundsätzlich ok.«

Kurz darauf, noch mal CW: »Ok, um 11 in der Calle Soundso, Hausnummer 1000irgendwas! Wir treffen uns vor dem Haus auf der Straße, ok? Du wirst mich leicht erkennen, ich bin der, der am argentinischsten von allen aussieht!«

Facebook-Nachricht an CW: »Super! Dann bis Montag!«

Erinnert ihr euch an das Gespräch vom Anfang dieses Artikels? Ich kannte CW wirklich nur aus dem Internet. Aber wir hatten schließlich auch mehrere gemeinsame Themen: das argentinische Exil (er jetzt, ich vor 17 Jahren), das Bloggen, den Journalismus. Und ich hatte ihn vorher um seine Einschätzung gebeten, was die Kriminalität und aktuelle soziale und politische Situation in Argentinien angeht, woraufhin er mir ausführlich geantwortet hatte. Kurzum: CW erschien mir überaus sympathisch und vertrauenswürdig. Was sollte also passieren?

Am Montagmorgen packe ich unser gesamtes Euro-Bargeld für zwei Wochen in das »geheime« Reißverschluss-Fach meines Ledergürtels und nehme den Linien-Bus Nummer 24 von Paternal in den Nachbarbezirk nach Caballito. Ich steige kurz hinter der Statue des »Cid Campeador« aus, laufe die Hauptstraße weiter und biege in die von CW benannte Seitenstraße ein. Ich bin wider Erwarten pünktlich und warte besser nicht direkt vor der richtigen Hausnummer, sondern zwei Häuser weiter.

Nur fünf Minuten später (also eigentlich noch hora alemana, deutsche Pünktlichkeit) spricht mich ein bärtiger Brillenträger aus einem Auto heraus an: »Dirk? Ich such nur kurz ‘nen Platz zum Parken, ok?« Den findet CW auch gleich gegenüber und erklärt mir, nach unserer ersten Begrüßung, wie das Ganze abzulaufen hat.

Wir klingeln, und sobald jemand über die Gegensprechanlage fragt, was wir wollen, sagen wir, dass Mauro uns erwartet. Bloß nicht sagen, warum wir eigentlich hier sind, ok?

Gesagt getan. Als daraufhin der Summer ertönt und uns die Tür öffnet, will ich sofort durchmarschieren. Aber CW hält mich erschrocken zurück: »Nein, Boludo1. Wir warten erst, bis jemand kommt, und dann klären wir, ob wir beide hoch dürfen oder du alleine gehst, ok?« Als aber nach fünf Minuten immer noch niemand gekommen ist, trauen wir uns schließlich doch, bis in den zweiten Stock zu gehen und an die Tür zu klopfen. Schließlich öffnet uns ein schnurrbärtiger älterer Herr, den zwar auch CW nicht kennt, der uns aber in einer Art Wartezimmer eintreten lässt, in dem schon andere Leute sitzen. Wir nehmen ebenfalls Platz, und CW erklärt mir die weiteren Schritte.

Alsbald kommt der Schnurrbärtige zurück und fragt mich nach Währung und Betrag, die ich tauschen will, teilt uns den Tageskurs mit, wartet auf unser Einverständnis und verschwindet wieder. Ein paar Minuten später taucht er wieder auf und drückt mir so etwas wie einen Kassenbon in die Hand, auf dem der Wechselkurs und die zu erwartende Summe in Pesos Argentinos stehen.

Etwas später geht die Tür zu einem anderen Büro auf, aus dem heraus mich jemand hereinwinkt. Dies stellt sich jedoch als Missverständnis heraus, und ich werde überaus unwirsch wieder in den Wartebereich dirigiert. Etwas erschrocken falle ich zurück auf meinen Stuhl.

Endlich taucht Señor Bigote2 abermals auf, und ich folge ihm in ein Zimmer, in dem er mir gegenüber hinter einem großen Tisch Platz nimmt. Vor ihm ein Packen argentinischer Geldscheine und ein Geld-Zähl-Automat. Ich schnalle etwas umständlich meinen Gürtel ab, um die Euro-Scheine aus dem Geheimfach zu befreien. Er zählt nach, bestätigt mir per Kopfnicken sein OK und legt das argentinische Equivalent in die Zähl-Maschine. Auf Knopfdruck raschelt das Geld hindurch, aber die im Display angezeigte Zahl entspricht nicht unser beider Erwartung. Sein Versuch, die Einstellung zu ändern, bringt keine Veränderung! Schließlich ruft er einen Kippa-tragenden Kollegen, mit mehr Ahnung, der es schafft, von Dollar auf Pesos umzustellen. Jetzt ist das Ergebnis ok.

Bigote nimmt das argentinische Geld aus dem Automaten und hält es mir hin. Ich gucke wohl etwas verzweifelt auf meinen Gürtel. Der größte existierende Peso-Schein ist die 100er-Note, was nur etwa zehn Euro entspricht, und das Bündel ist entsprechend voluminös. »Das kannst du gleich vergessen!«, lacht der Schnauzbart und gibt mir stattdessen das Gummiband, das schon am Anfang unseres Unterfangens die Scheine zusammengehalten hatte. Mit einem resignativen Seufzen stecke ich den Klumpen Guita (Slang für »Geld«) in die Tasche und habe ein etwas ungutes Gefühl bei der Vorstellung, im öffentlichen Bus und später zu Fuß durch die Seitenstraßen nach Hause zu müssen. Das Geld nachzuzählen traue ich mich natürlich auch nicht! Stattdessen bedanke und verabschiede ich mich und verlasse das Büro.

Als CW mich sieht, springt er sofort auf, und zusammen begeben wir uns Richtung Treppenhaus. Leider hat Bigote jedoch vergessen, den Tür-Öffner für die Haustür zu betätigen, so dass CW ein paar Fitnessübungen vor der Überwachungskamera machen muss (»Bloß nicht klopfen! Das gibt nur Stress!«), bis sich schließlich jemand erbarmt und uns in die Mittagssonne entlässt. Was für ein Abenteuer!

Ab nach Hause Foto: Dirk Rüger

> Ab nach Hause Foto: Dirk Rüger

Zum Glück bleibt mir die Heimfahrt mit den Öffis erspart, da CW mich netterweise zurück in den Stadtteil Paternal chauffiert. Als ich ihn aus Dankbarkeit in die Wohnung meiner Freundin EA hereinbitte, begrüßt uns diese zunächst wenig begeistert: »Woher kanntest du den Typen noch mal? Ist’n Freund von dir, oder?«

»Ja, genau! Aus dem Internet!«

PS: Meine anschließende Kontrolle des umgetauschten Betrages ergab übrigens eine 100%ige Übereinstimmung mit der auf dem Kassenbon von Señor Schnauzbart vermerkten Anzahl Pesos Argentinos.

  1. argentinisch für Depp oder Schwachkopf, eine liebgemeinte Anrede unter Freunden []
  2. Schnauzbart []

Faule Gnocchi, Frauenüberschuss und ein kleines Krokodil zum Abendessen: Unterwegs im Nordosten Argentiniens und in Asunción (1)

von CHRISTOPH WESEMANN

 

Erster Tag: Formosa

♦♦♦♦♦

Sollten Sie, lieber Leser, eines Tages mit mir, aus Gründen, über die ich an dieser Stelle nicht spekulieren will,1 gemeinsam in der Wüste landen − keine Sorge, die Oase würde ich wohl finden. Falls Sie aber zu den Pyramiden wollen, die gar nicht zu verfehlen sind, fragen Sie bitte jemanden mit Orientierungssinn.

Es ist mein erster Tag im argentinischen Nordosten, ich bin 1200 Kilometer entfernt von Buenos Aires und suche die goldene Perón-Statue. Seltsamerweise stehe ich im Augenblick allerdings vor der Coca-Cola-Fabrik.

Perón-Statue in Formosa

> Perón-Statue in Formosa

Das mexikanische Unternehmen Arca Continental, dem sie gehört, ist einer der wenigen echten Arbeitgeber in der Hauptstadt Formosa und der gleichnamigen Provinz. Die 400 Jobs im Abfüllwerk sind gut bezahlt und entsprechend begehrt. Denn eine nennenswerte Industrie gibt es nicht, und Formosas Tourismus ist auch noch keine Branche, nur Slogan: »El Imperio del Verde«, das Grüne Imperium.

Wichtiger als Coca-Cola ist nur der Staat.

95 Prozent des Provinzhaushalts bezahlt die Nationalregierung. Hilfe säen, Treue ernten, so haben es auch die Vorgänger der Präsidentin Cristina Kirchner gehalten. Deren linksperonistische Siegesfront (Frente para la Victoria) erreichte bei den Parlamentswahlen vor eineinhalb Jahren 60 Prozent in Formosa – fast doppelt so viel wie im Landesschnitt. Bei ihrer triumphalen Wiederwahl 2011 hatte Kirchner hier gar 78 Prozent geholt – landesweit kam sie auf 54.

Cristina Kirchner spricht in Buenos Aires und ist in Formosa zu sehen.

> Cristina Kirchner spricht in Buenos Aires und ist in Formosa zu sehen.

Vier Tage habe ich Zeit, um Formosa und Chaco zu bereisen, jenen Teil des argentinischen Nordostens, den ich noch nicht kenne. Misiones und Corrientes, die beiden anderen Provinzen des NEA, habe ich vor zweieinhalb Jahren mit dem Auto durchquert. Vier Tage, lächerlich. Formosa ist die fünftkleinste Provinz und trotzdem größer als der Freistaat Bayern – ein weites, weitgehend leeres Land mit nur 580 000 Einwohnern.

Der goldene Perón muss hier irgendwo sein. Ich sehe ihn noch nicht, fühle ihn aber. Jeder Argentinier ist ja laut Perón Peronist, einige wissen es nur nicht. »Wir Peronisten sind wie Katzen«, hat der General gesagt. »Wenn wir schreien, glaubt man, wir würden streiten. In Wahrheit pflanzen wir uns fort.« Unmöglich, dass ich den Kerl nicht finde; das glaubt mir doch kein Peronist.

In Buenos Aires haben viele Leute den Kopf geschüttelt. Was will man in Formosa? Dort gibt’s doch nichts. Nichts außer Schmugglern, die Waren aus Paraguay – vor allem Fernseher und Mobiltelefone – auf den argentinischen Markt bringen, weil der für derlei Produkte wegen der Importrestriktionen unverschämte Preise verlangt. Zigaretten? Natürlich. Andere Drogen? Ja, auch.

Biertransport über den Río Paraguay

> Biertransport über den Río Paraguay

Übrigens hat sich der Taxifahrer auf dem Weg vom Flughafen, den Formosa tatsächlich besitzt, zum Hotel sehr böse ausgelassen über die Porteños, die Hauptstädter. »Porteños wissen alles. Deshalb mögen wir sie auch nicht«, sagte er. »Wenn du dich in Buenos Aires nicht auskennst, bist du aufgeschmissen. Dann fährt dich der Taxifahrer zehnmal im Kreis. Fragst du jemanden nach dem Weg, zeigt der hier lang, obwohl du da lang musst. Aber immer weiß er alles, der Porteño.«

Keiner − keiner außer den Porteños, versteht sich − mag die Porteños, so ist das in Argentinien. Und je weiter man sich von ihnen entfernt, umso übler wird ihr Ruf. Hier in Formosa ist die argentinische Hauptstadt in vielerlei Hinsicht sehr weit weg. Die meisten Formoseños kennen sie vor allem aus den Nachrichten oder vom Hörensagen, und über solche Kanäle exportiert Buenos Aires reichlich Geschichten über Mord und Totschlag an jeder Straßenecke. Die Metropole ist ein Moloch, bevölkert von arroganten, egoistischen und kaltherzigen Kreaturen, die überdies mehr Europäer sein wollen als Latinos. In Formosa ist jeder zweite Mestize, also Nachfahre von Weißen und Indigenen. Man lebt viel ruhiger, sagen sie und meinen auch: Wir versuchen nicht, uns 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche gegenseitig übers Ohr zu hauen.

Grenzübergang am Río Paraguay von Formosa nach Alberdi

> Grenzübergang am Río Paraguay von Formosa nach Alberdi

Puerto Formosa 2

Auch geografisch liegt anderes näher als Buenos Aires: Paraguays Hauptstadt Asunción erreicht man mit dem Auto in zweieinhalb Stunden und mit dem Bus in vier. An Formosas Uferpromenade fahren halbstündlich Barkassen über den Río Paraguay nach Alberdi, dem Grenzort des Nachbarn. Dort kaufen Argentinier gerne ein, weil’s drüben billiger ist, und die Paraguayer schicken dafür ihre Kinder in Formosa zu Schule und lassen sich im Hospital de Alta Complejidad »Presidente Juan Domingo Perón« gesund machen (was nicht jedem Argentinier gefällt).

»Ufff, da hast du dich aber ganz schön verlaufen«, sagt der Mann an der Bushaltestelle. »Also, geh mal zehn Blocks geradeaus, nein elf, dann kommt eine große Kreuzung, und dort biegst du rechts ab, gehst zwei Blocks und danach …«

Immer geradeaus, dann sehen wir weiter.

»Warte, mein Chef kommt gerade«, ruft er hinterher. »Sollen wir dich an der Plaza absetzen?«

»Sicher?«

»He, du bist nicht in Deutschland. In Formosa haben wir Vertrauen zu den Leuten.«

Ich finde es ja schön, dass ihr mir vertraut, wirklich, das ehrt mich. Aber die Frage ist doch: Soll ich auch euch vertrauen?

Evita-Denkmal im Stadtzentrum von Formosa

> Evita-Denkmal im Stadtzentrum von Formosa

Sportplatz in Formosa in der Nähe der Uferpromenade

> Sportplatz in Formosa in der Nähe der Uferpromenade

Formosa ist, je nach Statistik, die ärmste, die zweitärmste oder die drittärmste aller 23 argentinischen Provinzen. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist das zweitniedrigste nach dem des Nachbarn Chaco und liegt mit 2879 Dollar weit unter dem Schnitt (8269; Deutschland: 40 000). Studien zufolge sind mindestens sechs von zehn Formoseños beim Staat angestellt, was selbst in diesem Land, dessen Bürgermeister, Gouverneure, Minister und Präsidenten immer auch Jobvermittler sind, ein überragender Wert ist.

Freilich, nicht alle Staatsangestellte arbeiten auch für den Staat. Argentinien ist ja voller ñoquis (Gnocchi), Leuten, die zwar offiziell beschäftigt werden, in irgendeiner Behörde oder im Rathaus, aber nur am Monatsende zur Arbeit kommen, wenn der Lohn verteilt wird. Der Spitzname leitet sich ab von den Ñoquis del 29, einem alten argentinischen Brauch, wonach die Familie am 29. des Monats Gnocchi isst, weil das Geld in der Haushaltskasse nicht mehr für eine bessere Mahlzeit reicht.

»Danke fürs Mitnehmen, muchachos

Der Straßenmarkt der Paraguayer (Formosa)

> Der Straßenmarkt der Paraguayer

Ich gehe jetzt ein bisschen spazieren, kaufe den Paraguayern auf dem Markt ein paar CDs mit argentinischer Rockmusik ab und lege mich dann früh schlafen. Morgen muss ich fit sein.

Die neue Uferpromenade von Formosa

> Die neue Uferpromenade von Formosa

Zweiter Tag: Asunción

♦♦♦♦♦

Hätte ich doch weniger Bier getrunken. Oder wenigstens schneller. Nicht bis Mitternacht. Aber Emilio hatte mich überredet, mit Blick auf den Río Paraguay zwei Delikatessen der regionalen Küche zu kosten: als Vorspeise trozos de yacaré rebozados en harina y huevo, den Brillenkaiman aus der Familie der Alligatoren, paniert mit Mehl und Ei; und als Hauptgang Surubí al paquete, den in Folie eingewickelten Pseudoplatystoma aus der Familie der Antennenwelse. Mein erster Abend in Formosa: viel Bier, ein knuspriges kleines Krokodil und ein gut geölter Süßwasserfisch.

Surubí al paquete

> Surubí al paquete

Jetzt, um 3.45 Uhr, klingelt mein Wecker. Ich habe nicht mal Kaffee da, und die Hotelküche ist noch geschlossen, also trinke ich zwei Tassen Cola. Die Dusche gibt kein warmes Wasser. Vielleicht bin ich auch zu blöd, die drei Knäufe zu bedienen, bei mir kommt jedenfalls nur kaltes oder gar kein Wasser. Um halb fünf stehe ich vor dem Hotel. Emilio hat einen Bekannten, der nachts Taxi fährt und mich zum Busbahnhof bringen wird.

Fünf Uhr. Um den Bus nach Asunción nicht zu verpassen, kümmere mich jetzt mal selbst um ein Taxi. »In diesem Land hat man immer das Gefühl, gleich geschieht was Schreckliches, und dann geschieht gar nichts«, lässt der argentinische Schriftsteller Tomás Eloy Martínez (1934-2010) eine Figur seines Romans Der Flug der Königin sagen. »Alles wird weitergehen wie bisher, du wirst schon sehen.«

Wollen wir hoffen, dass die anderen Passagiere genauso müde sind wie ich immer noch.

Busbahnhof von Formosa

> Formosas Busbahnhof morgens um halb sechs

»¡Señor! ¡Señor!«

Kann die verfluchte Alte bitte nicht so brüllen?

»¡Seeeeñññoooorrr! ¡Seeeeñññoooorrr!«

Oder kann sie der verdammte Señor mal hören?

»¡Seeeeeeññññoooooorrrrr! ¡Seeeeeeeññññoooooorrrrr!«

Ach Gott, die meint mich. Ich muss zwei Stunden durchgeschlafen haben, wir haben jedenfalls die paraguayische Grenze schon erreicht. Nur noch die freundliche Señora, ihre Tochter und ich sind im Bus. Das Mädchen, vielleicht elf Jahre alt, schaut mich verängstigt an. Wenn ich Glück hatte, habe ich nur laut geschnarcht. Mein Kinn ist allerdings ein bisschen feucht, das deutet auf sinnloses Gebrabbel im Schlaf hin – mit falscher Spanischgrammatik und schwerem Akzent. Beruhig dich, Kleines. Der alte weiße Mann ist okay.

> Argentinisch-paraguayische Grenze in der Stadt Clorinda

Paraguay 3

Ich bin der Letzte in der Schlange und stehe auch am Schalter wieder länger als alle anderen. Der Grenzbeamte studiert seelenruhig alle Aus- und Einreisestempel; ich habe bolivianische, chilenische, brasilianische, uruguayische, viele argentinische, dazu noch ein paar aus der Ukraine. Señor, ich will nur Asunción angucken. Ja, ich komme heute Abend zurück. Exactamente, ich lebe in Argentinien. , schon ‘ne ganze Weile. (Du hast doch all meine Visa, auch die abgelaufenen, zwei Minuten lang angeglotzt, ¡boludo!2)

Ringsherum sind die Geldwechsler unterwegs, einen Bündel Scheine in der Hand. Amigos, ich habe schon Guaraníes. 207 000! Emilio hat sie mir gestern Nacht geliehen, damit ich nicht bei euch Geiern zum miesen Kurs wechseln muss, sondern erst mal mit dem Taxi ins Zentrum fahren kann. 207 000 Guaraníes sind bei einem Peso-Wechselkurs von 1:380 … nee, das kann ich natürlich zu dieser frühen Stunde nicht … also irgendwas um 500 Peso vielleicht … also 50 Euro. Die Geldwechsler waren vorhin auch schon im Bus, ich habe sie im Halbschlaf gehört. Das war kein Traum, ich erinnere mich genau.

Puh, geschafft. Ich leg mich noch mal hin, lese ein bisschen und warte darauf, dass ich wegdöse.

Der Flug der Königin, erschienen 2002, verwebt die Geschichte der unglücklichen Liebe zwischen einem Chefredakteur und einer jungen Journalistin mit dem politischen Geschehen im korrupten Argentinien der späten neunziger Jahre, kurz vor dem Zusammenbruch. Tomás Eloy Martínez ist ein brillanter Erzähler.

»¡Venga!«

Der Busfahrer ist extra ins Oberdeck gestiegen. Mehr sagt er nicht. Ich soll nur mitkommen. Hoppla, offenbar habe ich zwar Argentinien verlassen, mich aber nicht von den Paraguayern aufnehmen lassen. Kann doch mal passieren, oder?

Na ja, sagt der Blick des Busfahrers.

Neben dem Schalter ist das Büro der paraguayischen Polizei, da muss ich jetzt auch noch schnell Hallo sagen, weil auf der Passagierliste des Busunternehmens hinter einem Namen das Häkchen fehlt. Sitzplatz 24. Ja, der bin ich.

Abfahrt.

> Der Río Paraguay und die Skyline von Asunción

> Der Río Paraguay und die Skyline von Asunción

Mein Freund Pablo schickt mir eine Nachricht. »Pass bloß auf«, schreibt er. »Die Paraguayerinnen sind äußerst warmherzig und die schönsten Frauen nach den Argentinierinnen.«

In Asunción herrscht Frauenüberschuss, wie es typisch ist für südamerikanische Metropolen. Hotels, Cafés und Restaurants, die weibliche Servicekräfte brauchen, sind auf dem Kontinent weitgehend ein Großstadtphänomen; hinzu kommt eine Wohlstandsschicht, die die Arbeit im Haushalt gern outsourct und sich bedienen lässt. Die Stadt gehört, demografisch gesehen, den Jungen: Mehr als die Hälfte aller Bewohner sind noch keine 30 Jahre alt; nur jeder zehnte hat die 60 schon überschritten.

Der Großraum Asunción ist auch einer der 20 großen Ballungsgebiete Südamerikas. Mehr als zwei der 6,7 Millionen Paraguayer leben hier. Täglich, so schätzt man, fahren 2,1 Millionen Menschen und mehr als 300 000 Fahrzeuge hinein in die Hauptstadt. Offiziell heißt sie übrigens: La Muy Noble y Leal Ciudad de Nuestra Señora Santa María de la Asunción, die sehr noble und treue Stadt unserer Heiligen Jungfrau Mariä Himmelfahrt. Asunción ist auch eine der ältesten spanischen Städte des Kontinents, gegründet 1537, eineinhalb Jahre nach Buenos Aires.

Ich kenne überhaupt keine andere paraguayische Stadt.

Der bekannteste Paraguayer?

Für mich: Roque Santa Cruz.

 

Der Polizist vor dem Busbahnhof meint, das Taxi ins Zentrum werde ungefähr 50 000 Guaraníes kosten. Mhhmm, das macht, du hast es gleich, fuffzig durch dreikommaacht, sagen wir: vier, la puta madre,3 ist das ein Wechselkurs de mierda, fuffzig durch vier sind zwölf, und jetzt noch die Nullen hinten dran, la concha de mi hermana,4 so schwer ist das doch … ach komm, gib auf, unmöglich. Versucht hast du‘s ja.

Die paraguayische Nationalbank im Stadtzentrum von Asunción

> Die paraguayische Nationalbank im Stadtzentrum von Asunción

Palacio de los López, der Präsidentenpalast

> Palacio de los López, der Präsidentenpalast

Das Nationalparlament

> Das Nationalparlament

Paraguay 9

Catedral Metropolitana, Bischofskirche des Erzbistums Asunción

> Catedral Metropolitana, die Bischofskirche des Erzbistums Asunción

Ich beschließe, mich treiben zu lassen. Kein Stadtplan. Mir bleiben ohnehin nur fünf, sechs Stunden, bis der Bus zurückfährt, und ich weiß ja ungefähr, was ich sehen will: das Parlamentsgebäude, die Kathedrale, den Panteón de los Héroes, in dem die Reste der Kriegshelden aufbewahrt werden, den stillgelegten Hauptbahnhof von 1861 und natürlich den Palacio de los López, den Präsidentenpalast. Seit zwei Jahren regiert dort der Konservative Horacio Cartes, ein gelernter Flugzeugmechaniker und Tabakbaron.

Auf dem Heldenplatz, der Plaza de los Héroes

> Auf dem Heldenplatz, der Plaza de los Héroes

Paraguays Ruf ist ja nicht der beste: Armut, Schulden, Korruption und Ungleichheit – von all dem hat das Land reichlich, mehr als viele andere Länder. Selbst für südamerikanische Verhältnisse soll es bisweilen ziemlich gesetzlos zugehen, und die Vetternwirtschaft hat ohnehin eine lange Tradition. In unguter Erinnerung sind auch die 35 Dienstjahre des Präsidenten Alfredo Stroessner (1954-1989). Der Sohn eines Buchhalters aus Oberfranken und einer Guarani-Indianerin war ein glühender Antikommunist und Tyrann, was erfahrungsgemäß keine angenehme Kombination ist. Stroessner ließ Widersacher foltern und trieb eine Million Landsleute ins Exil. Franz Josef Strauß verlieh ihm 1973 den Bayerischen Verdienstorden.

Ich kaufe doch mal einen Stadtplan. Wegen Pablos Auftrag sehe ich mittlerweile bloß noch Banken und Geldautomaten. Aber ich fühl mich wohl, ich bin vielleicht sogar verliebt, ein kleines bisschen. Eine Großstadt, die nicht unaufhörlich brüllt –  so etwas kennt man nach fast drei Jahren in Argentinien ja gar nicht mehr. Asunción ist jedenfalls zur Mittagszeit leiser als Buenos Aires nachts um drei, und das liegt nicht bloß an der Müllabfuhr, die dann durch unsere Straße rumpelt. (Also, jede Nacht um drei.) Hier ist es, als ob man Ohrenstöpsel trüge, so gedämpft erzählt Asunción von sich.

Der Stadtplan kostet 20 000 Guaraníes. Bestimmt ein Schnäppchen. ¡Vamos!

Polizistenverschnaufpause

> Polizistenverschnaufpause

Argentinier im Allgemeinen halten eher wenig von ihren Nachbarn – und trotzdem viel mehr als die umgekehrt von ihnen. Auf die Bolivianer, Brasilianer, Chilenen, Paraguayer und Uruguayer wirken sie überheblich und laut. Der Argentinier, heißt es, fällt, das Trikot seines Fußballklubs stets am Leib, ins fremde Land ein, flucht unaufhörlich und fordert: Bewundert mich!

Es ist kein Geheimnis: Argentinier bilden sich auf ihre Herkunft viel ein, obwohl es mit dem Land im Grunde seit 80, 90 Jahren − die Spanier sagen: seit dem 9. Juli 1816bergab geht. »Wenn ich abends nach Hause komme, ist die Straße menschenleer. Ich sehe nur Bettler, die sich daherschleppen«, sagt die junge Journalistin im Flug der Königin zu ihrem Geliebten, dem Chefredakteur. »Wir sind uns dessen gar nicht bewußt, Bitte,5 aber Buenos Aires verändert sich. Es ist ein Schmetterling, der ins Larvenstadium zurückschlüpft.«

Ein Elendsviertel hinter dem Nationalparlament

> Ein Elendsviertel hinter dem Nationalparlament

Asunción: Ein Elendsviertel hinter dem Nationalparlament

Aber die ganz alte Vergangenheit glänzt nach wie vor. Lange war Argentinien ja die größte Nummer auf dem Kontinent. Die erste U-Bahn Lateinamerikas (und der gesamten Südhalbkugel) fuhr 1913 in Buenos Aires, auch das erste Kinderkrankenhaus (1875) stand hier. Es war ein Argentinier, der Chirurg René Favaloro, dem 1961 die erste Bypass-Operation am Herzen gelang. Der erfolgreichste Formel-1-Fahrer, bevor der Kerpener kam? El Balcarceño, Juan Manuel Fangio, fünfmal Weltmeister in den fünfziger Jahren, 24 Siege in 51 Rennen. Das schönste und beste Opernhaus der Welt laut Wilhelm Furtwängler, dem Jahrhundertdirigenten? Das Teatro Colón, eröffnet 1908 und fast gelegen an der breitesten Straße der Welt, der 9 de Julio. Wer kann bei so viel Pracht schon mithalten?

> Verlassener Mate

> Verlassener Mate

> Fotograf im absoluten Parkverbot neben dem Panteón de los Héroes

> Fotograf im Parkverbot neben dem Panteón de los Héroes

Die Nachbarn rächen sich mit schlechten Witzen. Wie begeht ein Argentinier Selbstmord?, fragen sie. – Er springt von seinem hohen Ego. Warum rennt er aus dem Haus, wenn‘s draußen blitzt? – Er denkt, Gott fotografiert ihn.

Ganz schön warm heute in Asunción. Ich kann die Jacke wohl ausziehen. Mein Trikot: das weiße vom Quilmes Atlético Club.

Clorinda, der argentinische Grenzort, am Abend

> Clorinda, der argentinische Grenzort, am Abend

Clorinda, der argentinische Grenzort, am Abend

Paraguay 17

  1. weil es nur um den fabelhaften Einstieg in diesen Text geht []
  2. Schwachkopf/Depp, sehr beliebte Anrede in Argentinien []
  3. argentinischer Fluch: puta = Hure, madre = Mutter, la = die []
  4. das Geschlechtsorgan meiner Schwester, nur derber []
  5. ihr Spitzname für den Chefredakteur []

Pablo und meine einlaufende Wäsche

von CHRISTOPH WESEMANN

Ich bin quasi allein nach Buenos Aires umgezogen. Natürlich, ich hatte drei Kinder und eine Frau dabei sowie elf Koffer aus Berlin. Elf Koffer klingt viel, aber wie gesagt: drei Kinder, eine Frau. Betten, Tische, Stühle, die Mikrowelle, den Fernseher, Schränke, Töpfe, Pfannen, Teller, Tassen, fast einen ganzen Haushalt, habe ich zurückgelassen. Auch die Waschmaschine. Ja, die Waschmaschine.

Ich wollte hier nicht unsere Berliner Wohnung nachbauen. Zum einen bin ich sowieso ausgeschlossen von allerlei Vergnügen in Buenos Aires, weil ich zum Beispiel als dreifacher Vater nicht nachts durch die Clubs tanzen will – wahrscheinlich würde ich in meinem Alter sowieso an den Türstehern scheitern. Wenn ich schon nicht argentinisch feiere, will ich wenigstens argentinisch wohnen. Zum anderen brauche ich die Garantie, dass ich meine Lieben schnell in Sicherheit bringen kann, wenn es sein muss. Ich will nicht erst einen Spediteur suchen, der das von Uroma geerbte Kaffeeservice nach Deutschland verschifft.

Und Argentinien produziert ja im Augenblick nicht nur gute Nachrichten, ich mache mir durchaus Sorgen. Vielleicht ist’s nicht so dramatisch, wie ich denke, bestimmt übertreibe ich. Aber was soll ich denn davon halten, dass viele Geschäfte für eine Ratenzahlung keine Zinsen verlangen? Ich bin kein Unternehmer, ich kriege ja nicht einmal die Familienkasse anvertraut. Aber ein Produkt zu verkaufen, indem man dem Käufer mitten in einer  Inflation von mehr als 20 Prozent über Monate kostenlos das Geld dafür leiht – auf so einen Gedanken käme nicht mal ich. Klingt das nach guter Konjunktur oder einem gesunden Verhältnis von Angebot und Nachfrage?

Boca immer Junior: schrumpfende Wäsche (Symbolfoto)

Und es kommt vor, und zwar nicht selten, dass die Tankstellen kein Benzin haben. Gewiss, auch das ist kein Grund, Argentinien gleich krankzuschreiben, einerseits. Spätestens nach der fünften Tankstelle ohne kommt ja eine sechste mit Benzin. Anderseits habe ich leere Zapfsäulen zuletzt als kleiner Beifahrer meines Vaters Ende der achtziger Jahre erlebt – in der Deutschen Demokratischen Republik. Die Staatsführung übrigens ließ von treuen Journalisten – andere gab es nicht – noch Erfolge verkünden, als längst Millionen jeden Glauben daran verloren hatten und Tausende in die Bundesrepublik abgehauen waren. So behauptete die SED-Parteizeitung Neues Deutschland im Sommer 1989, das rapide Wirtschaftswachstum der DDR zeige sich am »steigenden Ausstattungsgrad mit hochwertigen industriellen Konsumgütern wie Waschmaschinen, Kühlschränken, Fernsehgeräten, Pkw usw.«. Ja, auch Waschmaschinen.

Ich vermisse übrigens nichts, was ich in Berlin zurückgelassen habe – also, fast nichts, nur die Waschmaschine, und auch die erst, seit mich mein Nachbar Pablo an sie erinnert hat. Pablo hält mich für den größten boludo de la Capital Federal, nein, eigentlich von Gran Buenos Aires. Wenn wir uns treffen, mal zufällig, mal absichtlich, reden wir über dies und das, über Carlos Gardel und Diego Torres, Messi und Maradona, über die Krise von 2001/02 und den Dólar paralelo1, über die wunderbaren Menschen in diesem Land, an die wir glauben, und die Regierung.

Wir sind selten einer Meinung, und wenn es um mich geht, um mein Leben, dann erst recht nicht. Ich mag ihn trotzdem, weil er sich Mühe gibt, mir Argentinien zu erklären, obwohl ich als Zugewanderter nicht alles begreife. Neulich fragte Pablo: »Du hast in Deutschland eine Waschmaschine und bringst sie nicht mit? Du kaufst lieber eine in Argentinien? Eine argentinische Waschmaschine? Du bist wirklich der größte boludo …«

Seitdem schrumpfen die neu gekauften Klamotten der Kinder mit jeder Wäsche, und ich weiß nicht, warum. Liegt das an Industria Argentina, also an der Waschmaschine oder dem Pulver, dem Wasser oder sogar dem Kleiderstoff selbst? Bin ich, der Trottel made in Germany, bloß zu blöd, das richtige Programm zu wählen? Oder ist alles am Ende Pablos Schuld? Vielleicht bilde ich mir das Schrumpfen der Hemdchen und Söckchen ein – weil mein argentinischer Nachbar meine argentinische Waschmaschine nicht leiden kann.

  1. Ein Dollar kostet nach offiziellem Kurs 5 Pesos, ist aber nicht erhältlich; der Schwarzmarktkurs liegt bei 7,80 Pesos, steigend. Aktueller Kurs des so genannten blue dólar. []

Pablo, der Russe und eine fernsehsüchtige Präsidentin

von CHRISTOPH WESEMANN

Neulich hat mein Nachbar Pablo geklingelt und mich um einen Kochtopf gebeten. Um genau zu sein, hat er gesagt: »Dodó, rück mal einen Kochtopf raus. Am besten einen großen. Ich will Spaghetti machen. Kriegst du vielleicht auch wieder.«

»Können Sie bitte …«, »Würdest du vielleicht …«, »Ich hätte gern …« – so reden nur Ausländer. Porteños sind Freunde klarer Befehle. Und den Spitznamen hat sich Pablo für mich ausgedacht, weil mein Spanisch angeblich klingt wie das von Dodó, dem Assistenten von »Inspektor Clouseau«. Wenn ihm mein Akzent zu französisch wird, also ungefähr nach jedem dritten Satz, den ich sage, zitiert Pablo den Zeichentrickdetektiv: »¡No digas si, Dodó, di oui!« – »Sag nicht si, Dodó, sag oui.« Er findet das wahnsinnig witzig.

Nur seinen Freunden stellt er mich nicht als Dodó vor. Da bin ich, seit ich ihm erzählt habe, dass ich eine Weile in der Ukraine gelebt hätte, »el ruso«. Klar ist das geografisch und historisch ein wenig ungenau. Aber Europa, und erst recht dessen Osten, liegt auch nicht gerade um die Ecke. Und wie viele Deutsche wiederum können Venezuela von Ecuador unterscheiden?

Vorgestellt werde ich übrigens so:

»Daniel, findest du nicht auch, dass der Russe wie ein Franzose Spanisch spricht?«
»Also wenn du mich fragst, Pablito, schlimmer als Dodó.«
»Das habt ihr doch geprobt, oder?«, frage ich.
Und dann rufen zwei Porteños gemeinsam: »¡No digas si, Dodó, di oui!«

Weil es mit meinem Spanisch nicht schnell genug vorangeht, bin ich dazu übergegangen, die Zeit, die ich schon in Buenos Aires lebe, zu verkürzen, und Wörter, die ich nicht kenne, zu umschreiben. Neulich wusste ich nicht, was »Zitronenpresse« heißt, wollte aber unbedingt eine kaufen.
»Ich brauche so ein Ding, um Saft aus einer Zitrone zu machen«, sagte ich zum Verkäufer und bewegte meinen Arm wie anno siebenundachtzig, als mir auf dem Rummel der Einarmige Bandit mein ganzes Taschengeld abgenommen hatte.
»Exprimidor?«, fragte der Verkäufer.
»Kann sein.«
»Exprimidor!«, sagte er und spielte für einen Augenblick auch an einem unsichtbaren Einarmigen Banditen.
»Ja!«, rief ich. »Verzeihung, ich lebe erst seit zwei Wochen hier und lerne die Sprache noch.«
»Erst zwei Wochen? Mann, dein Spanisch ist toll.«
»Danke.«

Wenn ich weiter so schleppend lerne und deshalb meine Ankunft in Buenos Aires noch mehr vorverlegen muss, kaufe ich bei dem Mann bald einen Mixer und bin eigentlich noch gar nicht da.

Auch für die Staatspräsidentin Cristina Fernández de Kirchner hat Pablo einen Spitznamen. Er nennt sie immer nur: la Señora Botox. Pablo mag nichts an ihr. Es stört ihn alles, und keineswegs bloß das, was inzwischen ziemlich vielen auf die Nerven zu gehen scheint: die aufgespritzten Lippen, die langen Reden, die schwarzen Kleider, die sie aus Trauer um ihren vor fast zwei Jahren verstorbenen Mann noch immer trägt, natürlich paillettenbesetzt, die Tränen, die sie seinetwegen weint. Pablo fühlt sich auch von ihrer Politik, den immer neuen Gesetzen, gegängelt und kontrolliert.

Angesichts einer Inflation von 20 bis 30 Prozent ist es zum Volkssport geworden, Peso in Dollar umzutauschen, wogegen Cristina, die oberste Argentinierin, aus fiskalpolitisch verständlichen Gründen etwas hat. Zum offiziell festgelegten Wechselkurs von viereinhalb Pesos für einen Dollar kriegt man ohnehin nichts mehr. Also tauscht man auf dem Schwarzmarkt an der Straßenecke für 6,35 Pesos »blue dollar« oder reist ins Ausland. Oder man bedrängt den Nachbarn, der Ausländer ist, doch endlich mal Dollar aus der Heimat zu besorgen. Mein Glück ist, dass mich bislang niemand aus Deutschland besucht hat, ich weiß aber nicht, wie lange ich Pablo noch hinhalten kann, zumal das mit dem Ausland gerade wieder schwieriger geworden ist: Wer nämlich dort mit seiner Kreditkarte bezahlt oder auch nur für die nächste USA-Reise im Internet einen Mietwagen bestellt und die Kosten von seinem Pesokonto abbuchen lässt, dem nehmen die Banken neuerdings zusätzlich 15 Prozent ab.

Es wäre wirklich hilfreich für mein Verhältnis zu Pablo, wenn endlich jemand zu Besuch käme.

Die Präsidentin hat in diesem Jahr bereits 17-mal, insgesamt 15 Stunden, elf Minuten und 38 Sekunden, im Fernsehen zu ihrem Volk geredet. Laut Verfassung soll die TV-Ansprache des Staatsoberhauptes eine Ausnahme sein, eine Sache für den Ernstfall. Und die staatlichen Sender müssen übertragen, obwohl Cristina eine Quotenkillerin ist. Als sie neulich zum »Tag der Industrie« um kurz vor halb elf – nachts, wohlgemerkt – zu reden begann, lief in jedem zweiten argentinischen Haushalt ein öffentlicher Kanal. Die Sender unterbrachen das Programm, um die Präsidentin zu zeigen, und eine Viertelstunde später schauten nur noch 36 Prozent zu. Frau Kirchner sprach eine Stunde und vier Minuten. Pressekonferenzen und Interviews gibt sie selten bis nie.

Ich hätte die Rede fast verschlafen, wenn mich nicht ein ungeheurer Lärm geweckt hätte. Er schien von draußen zu kommen. Ich taumelte aus dem Bett, um nachzuschauen, was los sei. Auf dem Weg zum Balkon wurde der Lärm klarer: Ich erlebte zum ersten Mal cacerolazo, den berühmten Protest der argentinischen Mittelschicht gegen die Politik, populär geworden in der großen, auch blutigen Staatskrise Ende 2001, als zwei Tage geplündert wurde und 28 Menschen starben.

Auf dem Balkon über meinem stand Pablo und schlug auf einen Kochtopf. Als er mich im Schlafanzug entdeckte, schrie er: »Hast du nicht mitbekommen, dass bei Facebook aufgerufen wurde, die Rede der La Señora Botox zu stören?«
»Pablo, ist das mein …«
»Ich verstehe dich nicht, ist so laut hier. Wir haben es satt …«
»… Kochtopf?«
» … sie ständig im Fernsehen zu sehen.«
»Wolltest du nicht Spaghetti kochen?«
»Die haben einfach meine Serie unterbrochen.«
»Paaaaaabloooooooooo, ist das mein Kochtopf?«
»Ja natürlich, denkst du denn, ich nehme für diese Frau meinen, Doooooooodóóóóóóóóóóóóóó?«

Ein Pate, eine Zeitung und viel Geld

von CHRISTOPH WESEMANN

Manchmal bekommt man es nur unter dem Ladentisch und muss den Verkäufer um ein Exemplar bitten. Das »Argentinische Tageblatt«, die einzige deutschsprachige Zeitung des Landes, hat einen eher kleinen Leserkreis (Auflage: offiziell 10 000) und liegt deshalb am Kiosk selten an prominenter Stelle. Eine stolze Zeitung, vom Schweizer Einwanderer Johann Alemann 1889 gegründet und heute in vierter Generation herausgegeben, ist sie trotzdem. Das liegt auch daran, dass sie – anders als die längst gestorbene, strammdeutsche »La Plata Zeitung« – von 1933 und 1945 gegen den Nationalsozialismus angeschrieben hat. Sie war die Hauspostille der Deutschen in Argentinien, die sich zum Widerstand zählten. Propagandaminister Joseph Goebbels verbot das Erscheinen in Deutschland und ließ die Zeitung auch in Argentinien bekämpfen.

Seine Parteigenossen, von denen schon vor Kriegsende Tausende im Land lebten, klagten gegen das liberale und antitotalitäre »Tageblatt«, hatten aber keinen Erfolg. Die Zeitung überlebte Bombenanschäge und Anzeigenboykotte deutscher Unternehmen. Verboten wurde es – vorübergehend dreimal – erst nach dem Krieg, als Juan Perón Präsident war (1946-1955), ein Mann, dem die Nationalsozialisten in den zwölf Jahren ihrer Herrschaft nicht unsympathisch gewesen waren. Auch so erklärt sich, dass viele Mörder und Schreibtischtäter über »Rattenlinien« nach Südamerika entkommen konnten.

Dass die heutigen Herausgeber, die Brüder Juan und Roberto Alemann, ausgerechnet in der Zeit der fürchterlichen Militärdiktatur in Argentinien Finanzminister und Wirtschaftsminister waren, gehört wiederum zu den rätselhaften Begleiterscheinungen. Wer es gut meint, sagt vielleicht, dass damals der Wille, dem Land in schwerer Lage zu dienen, stärker war als die liberale Überzeugung. Andererseits sind da diese drei Sätze, die Juan Alemann 2006 dem Reporter Oliver Wegner für die »taz« mitgegeben hat:

Die einzige Diktatur, die ich erlebt habe, war die unter Perón. Die Militärregierung war nur formell eine Diktatur. Die Justiz hat funktioniert, die Presse war frei, und die Einwohner wurden nicht belästigt.

Aber zurück in die Gegenwart: Jüngst hat Staatspräsidentin Cristina Fernández de Kirchner (CFK) mit großem Wirbel ihr Vermögen von Dollar in Peso umgetauscht. Das ist durchaus kurios für eine Frau, die unbedingt aus dem Volk kommen will. Denn das Volk will’s wegen der üppigen Inflation von 25 bis 30 Prozent am liebsten andersrum und seine Pesos schnell loswerden. Es gibt inzwischen einen gewaltigen Schwarzmarkt, weil man zum offiziellen und festgelegten Wechselkurs von 4,5 Pesos je Dollar nicht mehr an die grünen Scheinchen aus den USA kommt. Beschaffen kann man sie sich auf der Straße. Der »blue dollar« kostet um die sieben Pesos. Cristina Kirchner hat dann übrigens auch gleich noch ihre Minister aufgefordert, ihr Erspartes in die Landeswährung umzutauschen.

In der Ausgabe vom 28. Juli steht im »Argentinischen Tageblatt« nun die sensationelle Nachricht, dass die hiesigen Minister – es gibt 109, 20 – bis übermorgen beim Antikorruptionsamt ihre Vermögens- und Einkommenserklärungen für 2011 abgeben müssen. Und der Leser erfährt, dass Sicherheitsministerin Nilda Garré ein Kraftwagenregister besitzt und drei Immobilien in Esteban Echeverría, Pinamar und Palermo, dem Viertel, in dem ich noch zu Hause bin. Landwirtschaftsminister Norberto Yauhar hat keine Immobilien, fährt aber ein »deutsches Luxusauto«. Gesundheitsminister Juan Manzur hat zwölf Etagenwohnungen verkauft und Sozialministerin Alicia Kirchner vom Fiskus 833 Quadratmeter Bauland erworben – in El Calafate, einem Städtchen in Patagonien, über das der »Spiegel« vor drei Jahren schrieb:

In El Calafate haben die Kirchners in den vergangenen Jahren ein richtiges Immobilienimperium aufgebaut. Das halbe Städtchen gehört der Präsidentenfamilie, allein acht Hotels nennen sie ihr Eigen, darunter auch Los Sauces. Die Einrichtung der noblen »Evita-Suite« soll Cristina selbst ausgesucht haben. Evita, das war die Ikone der Argentinier, die Frau des Präsidenten Juan Domingo Perón, der wie ein Monarch über das Land herrschte. Manche Einwohner von El Calafate behaupten, die Präsidentin habe die Möbel für das Luxusappartement mit der Regierungsmaschine Tango 1 von Buenos Aires nach El Calafate transportieren lassen.

Sozialministerin Alicia Kirchner? Ach ja, Alicia ist die Schwägerin der Präsidentin, auch das ist in Argentinien möglich.

Aber kommen wir zu Guillermo Moreno. Der Staatssekretär für Binnenhandel ist eine Legende und trägt den Titel »Pate vom Río de la Plata«. Moreno ist zuständig für die Kontrolle des Außen- und Devisenhandels und bestellt angeblich auch gern große Bosse um Mitternacht zu sich, um ihnen dann die Pistole auf die Brust zu setzen: Er macht ihnen ein Angebot, dass sie besser nicht ablehnen. Dass in solchen Gesprächen auch eine Pistole auf dem Tisch liegt, habe ich mittlerweile so oft gelesen, dass ich es allmählich glaube. Señor Moreno habe »sein bescheidenes Vermögen« dank seines »Eisenwarenhandels und Finanzgeschäften« erhöht, schreibt das »Argentinische Tageblatt«. Er besitze jetzt fast eine Million Pesos, laut Währungsrechner also 177792,1889 Euro. Ein Häuschen hat er eigenen Angaben zufolge nicht, er fährt aber einen »Kraftwagen Modell 97«. Ich habe mich gerade zwei Stunden durch Autoforen gewühlt, um herauszufinden, was »Modell 97« bedeutet. Ich kann nicht mehr, ich habe einen Getriebeschaden, und mit meinem Kolben stimmt auch was nicht. Ich sage einfach mal: Das ist das Baujahr.

Ich mag das »Argentinische Tageblatt« übrigens auch, weil es mir das Gefühl gibt, dass ich nicht zu blöd bin, Nachrichten auf Spanisch zu verstehen. Ich bin es nämlich auch bei Nachrichten in meiner Muttersprache:

Das Schatzamt weist im Juni bei den Finanzen des Nationalstaates ein echtes (im offiziellen Jargon eufemistisch als »finanziell« bezeichnetes) Defizit von $ 3,77 Mrd. aus, gegen $ 3,31 Mrd. im gleichen Vorjahresmonat. Im 1. Halbjahr 2012 summiert das Defizit somit $ 10,63 Mrd., 390% mehr als das von $ 2,17 Mrd. der gleichen Vorjahresperiode. Doch in Wirklichkeit ist die Lage viel schlimmer: denn im 1. Halbjahr 2012 wurden als echte Einnahmen auch $ 12 Mrd. verbucht, von denen $ 4,56 Mrd. von der ANSeS und der Rest von der ZB und in geringerem Ausmass von anderen Staatsämtern stammen. Das echte Defizit erreicht somit im 1. Halbjahr insgesamt $ 22,63 Mrd. Finanziell kommt dann noch der negative Saldo hinzu, der sich dadurch ergibt, dass Staatsschulden amortisiert werden, aber keine neuen in diesem Ausmass aufgenommen werden, so dass die Differenz der ZB, der ANSeS u.a. Ämtern aufgebürdet wird.

Kostenloser Download der Ausgabe vom 28. Juli

 


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Papst Franziskus, gezeichnet von Danü (c)

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