Archiv für Juni, 2014

Vaters Tag

von CHRISTOPH WESEMANN

Logo des WM-Tagebuchs - Zeichung: Danü (Daniel Schlierenzauer)

Sonntag, 15. Juni 2014: Día del Padre, argentinischer Vatertag  — und die Mutter muss arbeiten.

Papa soll Frühstück machen.

Papa soll für die Marketingklausur am Dienstag lernen.

Papa darf nicht vergessen, dass er schon einmal durchgefallen ist.

Papa darf die Kinder nicht schon am Sonntagmorgen vor den Fernseher setzen.

Papa soll mit den Kindern auf den Spielplatz gehen.

Papa soll dem Jungen da die Schippe wegnehmen. Die gehört uns.

Papa muss anschubsen.

Papa kann dem Jungen da die Schippe nicht wegnehmen. Die gehört uns doch nicht.

Papa soll beim Pinkeln helfen.

Papa soll von der Wippe aufstehen.

Papa darf nach dem Mittagessen nicht einschlafen.

Papa soll für die Marketingklausur am Dienstag lernen.

Papa darf nicht noch mal durchfallen.

Papa soll nicht schon wieder »hijo de puta«, »la puta que te parió« und »la puta madre« sagen.

Papa will endlich die Aufstellung erfahren.

Papa soll mit den Kindern bestimmt schon wieder auf den Spielplatz gehen.

Papa darf sie immer noch nicht vor den Fernseher setzen.

Papa kann aber sehr gut lügen.

Papa kann natürlich auch sehr gut tanzen. Aber nicht jetzt.

Papa soll die Kinder baden.

Papa muss sie überreden.

Papa kann auch schreien, um zu überreden.

Papa soll aber nicht schreien.

Papa will Bier trinken. Oder Fernet mit Cola. Hauptsache, Alkohol.

Papa will nachher Argentinien gegen Bosnien und Herzegowina gucken.

Papa darf drei Gesichter blau und weiß anmalen.

Papa muss Abendessen machen.

Papa darf schon mal den Fernseher anschalten lassen.

Papa kann auch anders.

Papa muss Schulbrote schmieren.

Papa kann Argentinien gegen Bosnien und Herzegowina gucken (wenn jetzt endlich alle aufhören rumzuspinnen!).

Papa kann den Abwasch nicht länger stehen lassen.

Papa muss ungefähr 60 Zähne putzen.

Papa muss drei Kuscheltiere, diese verdammten Hurensöhne, finden.

Papa soll sich entschuldigen.

Papa soll mit einschlafen.

Jetzt wollte Papa Argentinien gegen Bosnien und Herzegowina gucken.

WM-Gezwitscher (2)

von CHRISTOPH WESEMANN

Logo des WM-Tagebuchs - Zeichung: Danü (Daniel Schlierenzauer)

 

 

 

 

 

 

 

Unheilbar kranke Lehrer

von CHRISTOPH WESEMANN

Ich mag Lehrer nicht besonders. Aber ich bin auch Arztsohn, und ein Arztsohn lernt früh, dass Lehrer seltsame, ja schwierige Wesen sind. Lehrer wissen alles besser, sie bringen, wenn sie krank sind, zur Untersuchung eine fertige Diagnose mit – und lassen daran auch nicht rütteln. Sie behandeln Ärzte wie Schüler. Sagen Ärzte. Der medizinische Fachausdruck für diese kaum heilbare Krankheit lautet: morbus teacher.

mit den studenten spiele ich immer beruferaten, die sind immer völlig verblüfft wenn man nach 2min gespräch mit gewichtiger mine sagt, »der patient ist lehrer« – wie lange braucht ihr (ohne blick auf den versicherungsstatus) einen lehrer zu diagnostieren.

Unkorrigierter Kommentar im Forum aerzteblatt.de

Vor ein paar Tagen habe ich Juan getroffen, den Klassenlehrer meines Sohnes im vergangenen Schuljahr. Ich wollte, nein: musste zum Gespräch mit der aktuellen Lehrerin des Achtjährigen, fand aber den Klassenraum der 3B nicht. Zum Glück stand Juan auf dem Flur. Ich begrüßte ihn wie einen alten Bekannten, mit cheeeeeeeeeeee und Wangenkuss. Aber das Zusammenleben in Argentinien, und besonders das in Buenos Aires, ist nun einmal weniger formal als in Deutschland.

Juan fragte: »Wir kennen uns noch nicht, oder?« Es klang ein wenig vorwurfsvoll, so, als habe er nie eine Chance gehabt, mich kennenzulernen.

»Doch! Doch!«

Ich räume ein: Wir kennen uns nicht sehr, also nicht von Elternabenden, denn die verpasse ich immer, und auch nicht von anderen Veranstaltungen. Die Schule bietet ja allerlei an, Lesungen, Konzerte, hin und wieder sogar einen Spaziergang durchs Viertel auf den Spuren von irgendwas oder irgendwem. Sie meint es sicher gut, und es gibt auch viele Eltern, denen das gefällt, vor allem jenen Müttern und Vätern, die hier einst auch Schüler waren. Es sind die Eltern, die beim Schulfest am Nationalfeiertag nicht bloß das Kulturprogramm der Klasse filmen, sondern auch selbst mitspielen, verkleidet, versteht sich, als historische Figuren, mit Zylinder und angeklebtem Bart.

Aber ich hatte Juan vorher schon einmal auf die Wange geküsst – an dem Abend nämlich, an dem mein Sohn von der Klassenfahrt zurückkam und mir sein Lehrer Ruck- und Schlafsack aus dem Gepäckfach holte.

»Sag noch mal: Wer bist du?«

Irgendwann hatte ich meinen Sohn mal nach Juans Lieblingsfußballklub gefragt, ein Vater will ja wissen, wer auf seinen Erstgeborenen losgelassen wird. Die Insiderinformation machte ich mir jetzt zunutze.

»Du bist von Argentinos, ne? Ihr seid ja gerade abgestiegen. Tut mir leid. Echt.«

Aus Juans Mund kam nur noch ein Knurren. Er schwieg, bis er mich im Klassenraum der 3B abgegeben hatte.

Vor ein paar Stunden habe ich Sergio geschrieben, dem Professor meines Marketingkurses an der Universität Palermo. Es ist nämlich so, dass man sich am kommenden Dienstag an der ersten Klausur noch einmal versuchen kann. Aber dafür muss man die zweite Klausur vom vergangenen Dienstag bestanden haben. Und um nicht umsonst zu lernen, habe ich bislang noch nicht gelernt. Falls ich aber die erste Klausur wiederholen darf, weil ich die zweite bestanden habe, sollte ich allmählich anfangen.

Sergio hatte mir das Ergebnis für »Ende der Woche, schätze ich« angekündigt. Heute ist Sonnabend. Zeit, per Mail ein bisschen Druck zu machen:

Hallo Sergio!

Wie geht es Dir? Ich würde gern wissen, ob das Ergebnis schon da ist. Es wäre für mich als Familienoberhaupt enorm wichtig. Drei Kinder erhoffen mein Scheitern, um am Wochenende mit mir spielen zu können. (Nur meine Frau hofft auf einen Erfolg, um nicht mit mir spielen zu müssen, hahaha.)

Verstehst Du?

Grüße, Christoph

(Übersetzt aus dem Spanischen)

Die Antwort von Sergio:

Christoph, Du hast sehr gut gerechnet und erklärt. Note 6. Ich erwarte Dich am Dienstag.

Einige gewinnen und einige verlieren leider mit Deiner bestandenen Prüfung, hahahaha.

Schönes Wochenende!

Argentinien hat das Notensystem 10 (100 Prozent richtig) bis 1 (10 Prozent und darunter). Note 6 bedeutet im Grunde: gerade so durchgekommen. Aber ich bin ja Ausländer. Da entspricht die 6 mindestens einer 9. Ich werde also für Dienstag gar nicht viel lernen müssen. Ich liebe diesen Professor.

Ärzte mag ein Arztsohn übrigens auch nicht besonders. Warum? Weil er zu oft gehört hat: »Was tut weh? Wo? Hier? Ach, stell dich nicht so an!«

 

Abschlusstraining

von CHRISTOPH WESEMANN

Logo des WM-Tagebuchs - Zeichung: Danü (Daniel Schlierenzauer)

Bevor am Sonntagabend die Weltmeisterschaft in Brasilien beginnt, verteile ich noch ein paar Lesebefehle. Ich erwarte, dass sich alle ordentlich vorbereiten auf Argentiniens Spiel gegen Bosnien-Herzegowina. Anpfiff in Río de Janeiro ist um 19 Uhr oder Punkt Mitternacht in Deutschland.

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Andreas Geipel von Argifutbol (Argentinischer Fußball auf Deutsch) hat gleich mal das ganze große Besteck ausgepackt. Hier bei uns wird ja eher aus dem Ärmel geschüttelt, wobei ich oft vergesse, vorher was hinein zu tun. Dort drüben, ach ja, ein ganz anderes Niveau, wobei der Geipel natürlich auch schüttelt — aber bei ihm kommt halt was heraus. Jedenfalls: Nach dem Lesen weiß man alles, was man wissen kann über Kader, Taktik und Aufstellung des kommenden Weltmeisters. Man könnte drei Tage in dem Text verbringen.

Auftrag Maracanazo

»Am besten platzieren sie einen Helikopter am Spielfeldrand, dann können sie sofort flüchten, sobald das Endspiel gewonnen ist«, sagt Stürmerlegende Hernán Crespo mit stolzem Lächeln und verschmitzen Blick. Der ehemalige Weltklassestürmer trägt sein Herz auf der Zunge und spricht aus, was 40 Millionen Argentinier denken: »Wir wollen endlich wieder den Titel holen! Am liebsten im Finale gegen den Erzrivalen Brasilien.« Markante Worte, wie man es aus dem Land des zweifachen Weltmeisters gewohnt ist. Die Albiceleste um Superstar Lionel Messi ist heiss und hat einen klaren Auftrag: Maracanazo, der Finalsieg im altehrwürdigen Estádio do Maracanã. Weiterlesen

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Marc Koch, Lateinamerika-Korrespondent der Deutschen Welle, stellt das Projekt Dritter WM-Titel vor. Er hat Ezequiel Fernández Moores getroffen, den vielleicht tollsten argentinischen Sportjournalisten. Brillant geschrieben ist der Text obendrein. Nur diese Gemeinheit gegen meinen Quilmes Atlético Club (»hüftsteifer Vorstadtverein«) hätte er sich natürlich verkneifen müssen.

Messi und Co. im Auftrag der Nation

(…) Sogar die vielbeschworenen äußeren Umstände scheinen es diesmal gut mit Argentinien zu meinen. Zu gut, fanden viele Beobachter nach der Auslosung der Gruppengegner: Die Gruppe F mit Nigeria, Iran und Bosnien-Herzegowina gilt im Vergleich zu anderen Kombinationen als gehobene Trainingseinheit. Und weil die »Albiceleste« nicht nur im nahegelegenen und klimatisch angenehmen brasilianischen Süden spielt, sondern dort schon vor der Auslosung ein Quartier angemietet hatte, liegt die Frage nahe, ob denn alles mit rechten Dingen zugegangen sei. »Natürlich!«, versicherte die FIFA umgehend. Experte Fernández Moores gibt höflich lächelnd zu Bedenken: »Als ich gesehen habe, dass ausgerechnet England und Italien bei 40 Grad im Schatten spielen müssen, dachte ich: Oh oh, das ist ein Hinweis von Südamerika!« Weiterlesen

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Mutti, der Libero, weiß aus bestens unterrichteten Kreisen, wer Weltmeister wird.

Endlich transparent: FIFA gibt die nächsten WM-Ergebnisse von Gastgeber Brasilien bekannt

In der Debatte um mehr Transparenz beim Fußball-Weltverband hat FIFA-Boss Joseph Blatter am Freitag eingelenkt: Der Schweizer ließ unmittelbar nach dem Eröffnungsspiel gegen Kroatien alle kommenden Turnier-Resultate des brasilianischen Teams veröffentlichen – inklusive des Endspielsieges gegen Titelverteidiger Spanien. Weiterlesen

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Für alle, die Spanisch sprechen: Hier steht, warum Argentinien so gute Chancen hat, endlich mal wieder Weltmeister zu werden.

Por qué Argentina puede ser campeón mundial

(…) Todo puede pasar. Pero aún Brasil, el gran candidato a ganar el título en casa, le teme a nuestra Selección. No quieren otro Maracanazo y mucho menos contra el rival de toda su vida. La pesadilla de Pelé y compañía es ver a Messi levantar la Copa en 2014. Weiterlesen

Hahaha, auf Pelés Gesicht, wenn Messi den WM-Pokal hochhält, freue ich mich auch schon.

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Schon ein paar Monate alt: Reporter Alexander Osang besucht, nein sucht für den Spiegel das deutsche WM-Quartier. Zum Brüllen komisch. Und warum? Auch, weil Osang weiß, was sich gehört: Er macht sich selbst noch ein bisschen mehr fertig als alle anderen.

Alemanha? Futebol?

(…) Ich begann eine Rede, in der ich die Anwesenden darüber informierte, was es bedeutet, Gastgeber einer Weltmeisterschaft zu sein. Ich erklärte ihnen, dass São Paulo ja wohl keinen Dorfflughafen betreiben dürfe. Ich hielt die Rede auf Englisch und bin mir ziemlich sicher, dass das Wort Responsibility vorkam. Verantwortlichkeit. Ich dachte an die halbfertigen Stadien, die unzufriedenen Bürger Brasiliens, das Sommermärchen von 2006 und an das Knie von Sami Khedira. Ich wies alle auf die Notwendigkeit einer ordentlichen Beschilderung hin. Weiterlesen

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Zum Schluss der Hinweis auf meine erste Kolumne aus Buenos Aires, 23. Juli 2012, aber im Grunde Sommer 1986:

Diego und die Holzfäller

Ich war acht Jahre alt und ganz sicher nicht einmal der klügste Achtjährige in meiner Straße, und ich bin nicht in einer Straße wie der Avenida Rivadavia aufgewachsen, die 35 Kilometer lang ist. Meine Straße hieß Ipser Weg. Kürzer geht’s kaum. Vielleicht erklärt das, was jetzt kommt.

Das erste Mal habe ich von Argentinien am 29. Juni 1986 gehört. Ich weiß das genau, obwohl seitdem ordentlich Zeit vergangen ist – wie viel genau, spielt jetzt keine Rolle, bitte. Ich saß an diesem Sonntagabend vor dem Fernseher, bestimmt trug ich einen gestreiften Schlafanzug, und die deutsche Nationalmannschaft stand gegen Argentinien im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft in Mexiko. Wahrscheinlich habe ich damals »BRD« gesagt. Meine Heimat war die DDR, und wer in der DDR lebte, der sagte auch »BRD«, nicht »Bundesrepublik« und nicht »Deutschland«. Weiterlesen

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Und zur Entspannung gucken wir jetzt ein kurzes Video, in dem ich eine tragende Rolle habe — und mein Argentinientrikot auch. Cristian, Sebastián und Cristian, drei Jungs, mit denen ich Fußball spiele, erzählen, wie Argentinier eine Weltmeisterschaft erleben, und sie packen richtig aus. Weil der Beitrag auf Spanisch ist, fasse ich mal den Wahnsinn um Rituale schnell zusammen: Jedes Spiel von Argentinien wird mit denselben Leuten geschaut; die dürfen aber nicht quatschen, sondern höchstens ein Tor bejubeln. Die Stühle bleiben bis zur nächsten Partie stehen, nichts darf verrückt werden. Sebastián hat auch immer zwei Kreuze in der Hand und stoppt obendrein mit der Uhr die Spielzeit. Wie, die wird links oben eingeblendet? Hallo! Das haben wir schon immer so gemacht. Soll Argentinien ausscheiden, weil wir rational geworden sind?

Ich bitte, den eleganten und geschmeidigen Jüngling im weißen Quilmes-Trikot zu beachten. Wie er das Spiel lenkt — herrlich. Und am Ende hält er sogar noch einen sogenannten Unhaltbaren.

Don Julio, Coqui und die singenden Schränke: Wie in Argentinien mit Fußball Politik gemacht wird

von CHRISTOPH WESEMANN

Stellen wir uns vor, dass neulich, als Bundestrainer Joachim Löw seinen vorläufigen WM-Kader bekanntgab, Kanzleramtsminister Peter Altmaier dabeigesessen hätte, der Mann, der die Regierungsgeschäfte koordiniert. Stellen wir uns außerdem vor, dass vorher beim Deutschen Fußballbund ein Anruf aus dem Kanzleramt eingegangen wäre mit der dringenden Bitte an Löw, seinen Auftritt um ein paar Stunden zu verschieben – Herr Altmaier könne erst am späten Nachmittag beisitzen. Am Abend sprach dann zunächst Altmaier, er grüßte von Angela Merkel und blickte dabei unter anderem auf Sigmar Gabriel. Der Wirtschaftsminister war nämlich auch da. Und eine ganze Schar weiterer Prominenz aus dem Regierungslager.

Absurd?

Genau so war es in Argentinien. Am frühen Abend des 13. Mai, als Trainer Alejandro Sabella seine 30 Spieler benannte, saß neben ihm Jorge Capitanich, der Kabinettschef der Präsidentin, Spitzname: Coqui. Fast wäre er wegen anderer Termine nicht gekommen. Aber glücklicherweise hatte jemand aus dem Regierungspalast beim Fußballverband angerufen und gebeten, die Veranstaltung zu verschieben. Auch andere Minister und hochrangige Funktionäre hatten nichts Besseres zu tun, als dem Trainer der Nationalmannschaft Gesellschaft zu leisten. Der öffentliche Sender Canal 7 übertrug. Die privaten Sportkanäle wollten auch und durften nicht.

Kabinettschef Jorge Capitanich (l.), Nationaltrainer Alejandro Sabella (M.) und Verbandspräsident Julio Grondona                              Foto: Casa Rosada

»Während der WM wird in Argentinien nicht über andere Dinge geredet werden. Das beweist die Fußballleidenschaft des argentinischen Volkes«, sagte Capitanich und lachte. Er überbrachte »herzliche Grüße« der Präsidentin Cristina Kirchner und lobte die Politik der Regierung. »Es gibt 13 000 Dorfschulen mit Fernsehanschluss, um die WM zu gucken. Es wird möglich sein, die 64 Partien an öffentlichen und halböffentlichen Plätzen über Antenne zu schauen.«

Dann erst durfte Sabella den vorläufigen Kader verkünden.

 

Nun spielt die Politik auch anderswo gern mit dem Fußball (und dem Sport insgesamt). Fußball ist fast überall auf der Welt ein Massenauflauf, zumal in Deutschland, er ist vielleicht das letzte Lagerfeuer, um das sich das Fernsehvolk noch versammelt. Und wo es kuschelig und gemütlich ist, sind immer auch Politiker.

Die Regierung von Cristina Kirchner aber hat sich in den argentinischen Fußball eingekauft. Um die 500 Millionen Euro soll das Regierungsprogramm Fútbol para Todos (Fußball für Alle) seit seiner Einführung 2009 gekostet haben. Dafür werden alle Spiele der ersten Liga (und wichtige der zweiten) von freitag- bis montagabends live im staatlichen Fernsehen gezeigt. Vorher waren die Partien nur gegen Geld zu sehen – fútbol para pocos, Fußball für wenige, wie einer der kirchnertreuen Spielkommentatoren  sagt.

Dafür aber wird nun bis in die Anstoßzeiten hineinregiert. Das jeweilige Spitzenspiel am Sonntagabend beginnt mittlerweile nicht mehr um halb neun, sondern erst eine Stunde später – und endet damit kurz Mitternacht. Verfügt wurde das, um die Einschaltquoten von Periodismo para Todos (Journalismus für Alle) zu drücken. Die beliebte Sendung deckt politische Skandale im Kirchnerland auf, nimmt die Erfolgsmeldungen der Regierung auseinander – und schlägt oft obendrein noch in der Zuschauergunst die Großklubs Boca oder River, die gerade auf einem anderen Kanal zu sehen sind.

Der Superclásico 2014 zwischen den Boca Juniors und River Plate in der Bombonera

Vielleicht sind die wahren Ausgaben für den kostenlosen Blick auf den Kick auch noch höher, denn die Regierung verschleiert gern und packt dann ein paar Millionen in den Nachtragshaushalt. In diesem Jahr soll Fútbol para Todos pro Tag – wohlgemerkt: nicht pro Spieltag – 450 000 Euro verschlingen. Eine ordentliche Summe ist das für ein Land, das in weiten Teilen noch immer bettelarm ist.

Die Einnahmen, wenn der Ball im Fernsehen rollt, sind indes gering. Es gibt zwar einen TV-Hauptsponsor, dessen Lastwagen hin und wieder eingeblendet werden; die meiste Zeit wird jedoch die Regierung beworben – mit dicken Bauchbinden am Bildschirmrand während der Übertragung, mit Reklamefilmen in der Halbzeitpause und lobenden Worten der Reporter.

»Fútbol para Todes gibt es ja nicht, um Geld verdienen«, hat Hebe de Bonafini gesagt, die Anführerin der regierungstreuen Fraktion der Mütter der Plaza de Mayo. »Es ist dafür da, Politik zu machen.« Sie berief sich dabei auf Néstor Kirchner, den 2010 verstorbenen Ex-Präsidenten und Erfinder der kostenlosen Fernseh-Propaganda mit dem Ball.

Jorge Capitanich, der Chef des Kabinetts (l.), und Julio Grondona, der Präsident des argentinischen Fußballverbands                  Foto: Casa Rosada

Über allem und allen thront jedoch in Argentinien Julio Grondona, genannt Don Julio, Chef des Fußballverbandes (Afa) seit 1979 und auch erster Vizepräsident des Weltverbandes Fifa. Die Regierung kauft der Afa die Übertragungsrechte ab und finanziert so Grondonas Reich. Der wiederum verteilt die Beute an die Klubs, deren Präsidenten im Hauptberuf oft Politiker sind – Minister, Abgeordnete, Senatoren, Parlamentspräsidenten – oder es werden wollen, falls sie es nicht schon waren. Die Vereine verschaffen ihnen Prestige und eine halbkriminelle Fantruppe namens Barra Brava (Wilde Horde), eine exklusive Gemeinschaft singender Schränke. Sie sorgt für die Stimmung im Block, zieht aber auch mit in den Wahlkampf, trommelt Demonstranten zusammen oder blockiert ein Fabriktor – und wird reichlich entschädigt: mit Eintrittskarten für den Schwarzmarkt, der Kontrolle über Imbissstände und Parkplätze rund ums Stadion, mit Narrenfreiheit und politischem Schutz.

Am Ende haben alle profitiert, es gibt keine Verlierer in diesem System, keine Opfer – und nur die hätten Grund, sich gegen die Korruption zu wehren.

Die Barra Brava von Ferro Carril Oeste, einem Hauptstadtklub aus der zweiten Liga

Die Barra von Vélez Sarsfield im Estadio El Monumental

Julio Grondonas Markenzeichen war jahrzehntelang der goldene Ring am kleinen Finger der linken Hand mit dem eingravierten Spruch: »Todo pasa«, alles geht vorüber. Sein Lebensmotto. Nichts hat ihn zur Strecke gebracht. Journalisten veröffentlichten Auszüge seiner vollen Auslandskonten, die argentinische Justiz ermittelte, Geldwäsche, Steuerhinterziehung, die Fehlerchen der Ehrenmänner dieser Welt, todo pasó, alles ging vorüber.

Doch dann starb am 12. Juni 2012 seine Frau Nélida Pariani, genannt Nelly, und der Witwer zog den Ring ab. »Die Probleme der Arbeit, des Fußballs, der privaten Angelegenheiten – alles geht vorüber«, erzählte Don Julio später. »Aber solche Dinge nicht.« Wobei auf aktuellen Bildern am Ringfinger etwas Goldenes funkelt, das dem abgelegten Stück zumindest ähnelt.

Zwölf Präsidenten hat Grondona (82) als Fußballboss überlebt, wobei man ihm zugute halten kann, dass Argentinien wegen des Komplettzusammenbruchs vor fast dreizehneinhalb Jahren zwischen dem 21. Dezember 2001 und dem 2. Januar 2002 von fünf Staatschefs regiert wurde.

Und weil Argentinier gerne übertreiben und obendrein noch am Abgrund stehend Weltklasse beanspruchen, spricht das Volk heute von cinco presidentes en una semana.

Fünf Präsidenten in einer Woche: Das hat ja wohl außer uns auch noch keiner geschafft, eh?

♦♦♦♦♦

Für Freunde der Statistik: die fünf Präsidenten

  • 21. Dezember 2001: Rücktritt von Fernando de la Rúa
  • 21. bis 22. Dezember 2001: Ramón Puerta
  • 23. bis 30. Dezember 2001: Adolfo Rodríguez Saá
  • 31. Dezember 2001 bis 1. Januar 2002: Eduardo Camaño
  • 2. Januar 2002: Amtsantritt von Eduardo Duhalde (bis 25. Mai 2003)

WM-Gezwitscher (1)

von CHRISTOPH WESEMANN

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¡Vamos, carajo!

von WACHO CHORRO (Gastbeitrag)

Slide448 mit Titel

Stammleser Wacho Chorro bloggt bei den Borrachos Bornheim. Dort ist sein Text zuerst erschienen.

Alle vier Jahre das gleiche Dilemma: Ich habe nichts zum Anziehen!

Wacho 2

Wacho 1

Zwei Trikots sind einfach viel zu wenig, um dem kommenden Weltmeister zu huldigen. Mann will ja gut aussehen, wenn die Albiceleste (Weiß-Himmelblaue) von Sieg zu Sieg eilt.

Während im gelobten Lande arme, unschuldige Kinder zu Schwerstarbeit abgestellt werden, perfektioniere ich von Tag zu Tag meine Version der Hymne:

 

Und ich werde besser und besser. Ich vertrete schließlich in Spanien während der WM unsere Farben. Während andere Leute – etwa dieser unsägliche Schreiberling vom noch unsäglicheren Tagebuch aus Buenos Aires – gelangweilt vor dem Schwarz-Weiß-Radio sitzen und gähnend dem Reporter lauschen, werde ich alles geben und dem Iberer sekündlich mitteilen, dass der Weltmeister nur Argentinien heißen kann.

Aber schlussendlich werden Wese und ich uns weinend in den Armen liegen und uns, gegenseitig auf die Schultern klopfend, zu unserem Fußballsachverstand gratulieren. Denn im Herzen sind wir beide die wohl größten Argentinier!

Der Papierkamerad mit den sehr blöden Daumen

von CHRISTOPH WESEMANN

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Gleich werden die Kinder anfangen, aus alten Zeitungen Papierschnipsel zu machen. Die brauchen wir am Sonntag um kurz vor 19 Uhr argentinischer Zeit.

Für meinen Sohn ist’s auch eine Strafarbeit, weil er bei dieser WM die Daumen blöde drückt. Seine Mutter hat es ihm erlaubt.

»Mama, ich wäre gern für Deutschland.«

»Das kannst du doch.«

»Aber Papa hat’s mir verboten.«

Ja, natürlich. ¡Vamos Argentina!

¡Mehr Papierschnipsel, hijo! ¡Mehr! ¡Viel mehr!

 

(Werbung aus Argentinien zur Fußball-WM 2006 in Deutschland)

 

Gesetz zum Ausrasten: Wie Berlin die WM-Stimmung und den letzten Iraner sucht

von NICO ESCH (Gastbeitrag)

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Nico Esch (32) ist Journalist, lebt in Berlin und hat mit mir bei der Schweriner Volkszeitung volontiert.

Die Nummer 457 heißt Ehsan Hajsafi. Ein Kollege hat herumgefragt, ob den jemand doppelt hat, denn der iranische Verteidiger ziert das letzte Panini-Sammelbildchen, das seinem Sohn noch fehlt. Ich konnte leider nicht helfen. Ich hab die Nummer 457 nicht und ich hab auch die anderen 639 Bilder nicht. Ich hatte neulich Andy Köpke in einem geschenkten Duplo, hab ihn aber weggeworfen. Duplo- und Hanuta-Bilder passen nicht ins Panini-Album, das weiß ich noch von früher. Ich habe mir keinen Beamer gekauft, obwohl Saturn und Media-Markt es ständig von mir verlangen, kein Trikot, keinen Hut, kein Kicker-Sonderheft und keine Fähnchen fürs Auto – kurz: Ich bin zu meinem eigenen Entsetzen überhaupt nicht in WM-Stimmung.

Ich bin damit aber nicht allein, hab ich festgestellt – und das in Berlin, was ja bekanntlich die Hauptstadt des Sommermärchens von 2006 ist. Man sieht zwar häufiger mal grölende Leute mit nacktem Oberkörper fahnenschwenkend im Auto über den Ku’damm fahren, und es wird auch ohne Ende gehupt, aber dafür braucht in Berlin ja niemand einen Anlass. Und ansonsten halten sich viele, die man so trifft, noch vornehm zurück und haben Mühe, sich den Termin des Eröffnungsspiels zu merken.  Irgendwie so…Donnerstag? Begeisterung sieht anders aus. Was soll das überhaupt mit dem Donnerstag? Und dann noch um 22 Uhr. Wer soll denn das gucken?

In Argentinien ist das völlig anders und alle rasten schon jetzt völlig aus, nehme ich an. Das ganze Land wird vier Wochen lang nicht arbeiten, jedes Spiel anschauen und absolut überzeugt sein, den Titel zu holen. Ich war noch nie in Argentinien, aber ich kenne den Betreiber dieses Tagebuchs, den argentinischsten aller Argentinier, und halte das für einen guten Maßstab.

Ich selbst weiß noch nicht, ob ich mich werde aufraffen können, mir um Mitternacht deutscher Zeit Chile gegen Australien oder Japan gegen Griechenland anzugucken. Dabei könnte ich das sogar draußen tun und dürfte dabei auch noch Lärm machen. Es gibt eine Ausnahmeregelung für die WM, eine »Verordnung über den Lärmschutz bei öffentlichen Fernsehdarbietungen«. Muss man zwar selbst in der hinterletzten Ecke nochmal extra beim Ordnungsamt anmelden, aber trotzdem: Öffentlicher Lärm! Nach 22 Uhr! In Deutschland! Mehr Ausnahmezustand geht eigentlich gar nicht.

Ich bin mir nur leider nicht sicher, ob das lohnt. Kommt noch jemand auf die Fanmeile am Brandenburger Tor, wenn Deutschland in der Vorrunde ausscheidet? Oder kann da dann doch noch die Fashion Week stattfinden, die man mit viel Mühe und großem Drama von da vertrieben hat? (Die ist jetzt im Wedding, was die Veranstalter – sagen sie – ohnehin immer schon viel hipper fanden.) Einheimische gehen ja sowieso nicht zur Fanmeile – jedenfalls streiten sie es genauso empört ab wie die Unterstellung, Silvester am Brandenburger Tor zu feiern.

Ich bin auch nicht nur nicht richtig in Stimmung, sondern habe auch keinen Schimmer, wer wohl Weltmeister wird. In der Zeitung stand, es wird Brasilien. Sieg über Argentinien im Finale, Deutschland und Spanien scheiden im Halbfinale aus. Das glaub ich aber nicht. Wie Deutschland sich ohne Reus, dafür mit falscher Neun ins Halbfinale mogeln soll, ist mir schleierhaft. Und wieso ist Brasilien angeblich auf einmal so gut? Wer spielt denn da und wo waren die jahrelang? Und war nicht Belgien zwischendurch mal irgendwie Geheimfavorit? Wo sind die geblieben?

Ich muss mich da jetzt dringend einlesen, sonst geht die ganze Sache total an mir vorbei. Marco Reus ist übrigens die Nummer 502 im Panini-Album.

Ob man da den Shkodran Mustafi einfach so drüberkleben kann?

Pablo, zwei Deutsche und die Eintrittskartenkomödie – Epilog

von CHRISTOPH WESEMANN

Wenn nichts mehr dazwischenkommt, schauen wir nachher im Stadion von River Plate das Länderspiel Argentinien gegen Trinidad und Tobago: M., der andere Deutsche in Buenos Aires, mein Freund Pablo, mein Sohn und ich. Aber in Argentinien und mit Argentiniern kommt ja immer was dazwischen. Trotzdem beenden wir die Eintrittskartenkomödie jetzt mit einem Epilog. Ich kann nämlich nicht mehr.

Wir erinnern uns:

Wie schon in den ersten drei Akten wird auch diesmal über SMS, WhatsApp und Facebook-Chat kommuniziert. Pablo und M. kennen sich immer noch nicht. Zum besseren Verständnis sind die spanischen Sätze ins Deutsche übersetzt worden — es reicht ja, ganz genau, wenn die Akteure bis zum Ende nicht miteinander klargekommen sind.

Dienstagmittag

M. → ICH Wie sieht’s aus?

M. → ICH Hat Pablo die Karten?

M. → ICH Bist Du da?

M. → ICH Du bist sonst immer da.

M. → ICH Hallo?

ICH → PABLO Cheeeeeeeeee Dicker, was ist denn jetzt? Ich kann M. nicht mehr lange hinhalten.

M. → ICH Haaaaaaaalllllloooooooooooooo?

PABLO → ICH Alles okay. Mach Dir keine Sorgen. Heute hole ich die Karten. Ich sag Dir Bescheid.

ICH → M. Tut mir leid, ich habe kein Internet.

M. → ICH Aber ich schreibe Dir doch die ganze Zeit SMS.

ICH → M. Achso.

M. → ICH Und?

ICH → M. Pablo ist optimistisch. Er ist so grenzenlos optimistisch, er könnte bereits naiv sein.

Dienstagabend

Die Karten

PABLO → ICH Hier sind sie, Heulsuse! Na, wie habe ich das gemacht?

ICH → PABLO Jetzt willst Du bestimmt einen Orden.

PABLO → ICH Gebt mir einfach 350 Peso pro Karte.

ICH → PABLO Gestern waren es noch 250.

PABLO → ICH Es sind zusätzliche Kosten angefallen.

ICH → PABLO Und das ganze Chaos war ja auch nicht Deine Schuld.

PABLO → ICH Genau.

ICH → M. Er hat die Karten! Argentina! Argentina! Argentina!

M. → ICH Hast Du sie gesehen?

M. → ICH Ist auch das Logo vom Fußballverband drauf?

M. → ICH Rattern sie, wenn sie durch die Finger laufen?

M. → ICH Immer noch kein Internet?

ICH → M. Mein Lieber, die gefälschten Fußballkarten in Argentinien rattern; die echten, die schnalzen! Bekommst gleich ein Foto.

M. → ICH Schpeck!Ta!Ku!Lär! Ein′ Pa-hab-lo-ho, es gibt nur ein′ Pa-hab-lo-ho, ein′ Pa-hab-loooooo-hooooooooo, es gibt nur ein′ Pa-hab-lo-ho.

ICH → M. Er will auf einmal doch 350 pro Karte. Nicht 250.

M. → ICH Wir zahlen, was drauf steht.

ICH → M. Dürfen wir ihm bloß nicht vorher sagen. Sonst verbringt er die Nacht mit Lupe und Schere schnippelnd über Zeitungen, um ein paar 3en zu finden, die er über die 2en kleben kann.

M. → ICH Wie machen wir es eigentlich morgen?

ICH → M. Ist ja nicht weit. Bus oder zu Fuß.

M. → ICH Ich gehe auf keinen Fall zu Fuß.

ICH → M. Und Du willst mit mir im Oktober 70 Kilometer nach Luján zu unserer heiligen Jungfrau pilgern? Da habe ich Dich ja schon am Ortausgang von Buenos Aires huckepack.

M. → ICH Ich fahre Rad. Oder Pick-up. Und stelle am Ziel schon mal das Bier kalt.

ICH → M. Das zählt aber nicht.

M. → ICH Wieso? Wäre doch typisch argentinisch. Solange es keiner merkt…

ICH → M. Stimmt auch wieder. Und falls Du erwischt wirst, streitest Du erst alles ab und weinst dann dramatisch.

M. → ICH An der Schulter eines Pfarrers!

Dienstagnacht

PABLO → ICH Könnt Ihr eigentlich unsere herrliche Hymne singen?

ICH → M. Pablo fragt, ob Du bei der Hymne textsicher bist.

M. → ICH Also, ich habe gerade kein Internet.

ICH → M. Puh, ich ja auch nicht.

 


Argentinische Helden

Diego Maradona, gezeichnet von Danü (c)

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Musik: Somos de acá

Steckbrief

Wir sind schnell.
Wir sind Wortmetze. Wir haben einen profunden geistes-
wissenschaftlichen Hintergrund. Wir sind böse, sexy und klug. Wir können saufen wie die Kutscher, haben Kant gelesen und nicht verstanden, aber das merkt keiner, und schlafen nie.


2012 von Christoph Wesemann in Buenos Aires gegründet. Derzeit im Exil. (Montevideo)